1 Minuten Lesezeit
20 Mar
20Mar

angesichts der Plastikmüllmengen durch viele Coronatests sind wir echauffiert; muss das denn sein? 

Auch beim Einkauf; ein Schälchen Brombeeren aus Mexiko, Bio-Heidelbeeren aus Chile und Gemüse aus Spanien – Plastik allenthalben. 

Doch am Gesamtabfallaufkommen ist der weitaus größte Teil für uns nicht unmittelbar sichtbar: es sind Bau- und Abbruchabfälle. Das nehmen wir durch unser Wohn-, Konsum- und Mobilitätsverhalten stillschweigend in Kauf. 

Trotzdem steuern wir mit unserem Einkauf, durch unsere Nachfrage das Angebot; damit bekommt der Konsum eine politische Dimension. Doch diese Macht lassen wir uns durch Sonderangebote, Werbeversprechen und Unwissenheit zu oft nehmen. 

Wir wollen uns gesund ernähren; also greifen wir zu Obst und Gemüse. Doch: „weh mir, wo nehm ich, wenn es Winter ist“ Obst und Gemüse? Der Frühling naht und...

Almeria, das Meer aus Plastik in Andalusien, liefert uns ganzjährig Obst und Gemüse, auch in Bio-Qualität. Das Meer aus Plastik überdeckt eine Fläche größer als München, das Absinken des Grundwasserspiegels, der hohe Wasserverbrauch, der Einsatz „billiger“ Erntehelfer usw. …. all das nehmen wir in Kauf für unseren (billigen) Wocheneinkauf. 

Dann doch lieber regional? 

Wann habt ihr zuletzt einen Kiebitz beobachtet oder eine Feldlerche singen gehört? 

Unsere Bioenergie- und Agrarlandschaften bieten kaum noch Lebensräume für Wiesenbrüter und andere Arten. Denn auch bei uns verbreiten sich zunehmend Plastikplanen für die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse. 

Wer die ersten und letzten (unter Plastik gewachsenen) Erdbeeren des Jahres verkaufen kann, erzielt die höchsten Erträge. Ähnlich beim Spargel. 

Nun, die Plastikbedeckung schützt empfindliche Feldfrüchte vor extremen Witterungseinflüssen, Schädlingen und lässt die Wuchsbedingungen optimieren. Die Wachstumsperiode lässt sich verlängern. 

Gutes Plastik - böses Plastik - NATÜRL-ich (blognatur.com) 

Plastik kommt allerdings auch über Klärschlamm, Gärreste, Kompost, Beschichtung von Pflanzhilfen und über die Luft auf die Felder. Was bleibt, ist dann ein für viele Arten zerstörtes Habitat und Mikroplastik im Ökosystem, das Folgen mit sich bringt, die wir heute noch nicht klar benennen können. 

Plastikmüll – die (un)sichtbare Dimension - NATÜRL-ich (blognatur.com)  

 

Weiter mit Mörike: 

„Horch, von fern ein leiser Harfenton! 

Frühling, ja du bist’s! 

Dich hab’ ich vernommen!“ 


Gerne verzichte ich auf Erdbeeren im März und freue mich lieber am Gesang einer Feldlerche, um den Frühling auch als soundscape zu vernehmen. 

Gerne verzichte ich auf den früh gereiften Spargel, wenn ich dafür ein Rebhuhn auf dem Feld entdecken kann. 

Gerne verzichte ich auf einen stummen Plastikfrühling!

JR

Kommentare
* Die E-Mail-Adresse wird nicht auf der Website veröffentlicht.