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17 Feb
17Feb

Die 27 EU-Mitgliedstaaten haben es sich auf die europäische Fahne geschrieben, bis 2050 klimaneutral zu werden. Der „Green Deal” vereinbart konkrete Schritte und Einzelziele. Für Deutschland wird diesbezüglich das wichtigste Gesetzespaket am 14. Juli 2022 herausgebracht – bis Ende 2022 sollen dann insgesamt 54 Gesetze neu ausgehandelt sein. „Fit für 55“ nennt sich das Gesetzespaket und meint damit, fit für die geplanten mindestens 55 Prozent Emissionssenkungen bis 2030 zu sein.

Diese 55 Prozent sind im bisher einzigen schon beschlossenen Gesetz des Green Deal verankert, der damit ein europäisches Klimagesetzpaket und nicht nur eine legere Vereinbarung ist.Im ersten Schritt sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990 sinken. So müssenWirtschaft und Gesellschaft in vielen Bereichen neu ausgerichtet werden.Treibhausgasemissionen Auf rund 3,7 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente belief sich 2019 Der Treibhausgasausstoß der EU. Damit lagen die Emissionen 24 % niedriger als 1990. Zum Teil lässt sich dies auf den deutlichen Industrieabbau zu Beginn der 1990er Jahre zurückführen. Ca. ¾ der EU-weiten Treibhausgasemissionen entfallen auf den Bereich Energie (für Industrie, Verkehr, Haushalte u.a.). Um die Klimaziele bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, will die EU-Kommission das Energiesystem der EU dekarbonisieren. Hierfür sollen erneuerbare Energien auf 40 % bis 2030 gesteigert und die Energieeffizienz erhöht werden. Der Ressourcenverbrauch wird durch den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen vermindert, reduziert Energieimporte, ebenso werden energetisch bedingte Emissionen verringert. 2020 wurden EU-weit 22 % des Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Deutlich stieg der Anteil der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren im Stromsektor. 2020 erreichte er (im EU-Durchschnitt) 37 % des Bruttoendenergieverbrauchs. In Wärme-/ Kälteerzeugung (23 %) und Verkehr (10 %) lag er deutlich niedriger. Die EU-Kommission hat ebenso Einsparziele im Energieverbrauch vereinbart: Bis 2030 soll der Primär- und Endenergieverbrauch in der EU deutlich reduziert sein. Der jährliche Primärenergieverbrauch der EU sank zwischen 2005 und 2020 von 1,5 Milliarden auf 1,2 Milliarden Tonnen Rohöleinheiten. - das ist ein Rückgang von rund 17 %. In Deutschland ging der Jahresverbrauch sogar einen Prozentpunkt mehr8 im gleichen Zeitraum insgesamt um rund 18 %) zurück. Seit 2005 ist der jährliche Endenergieverbrauch der EU-27 ist um ca. 13 % zurückgegangen. Im EU-Durchschnitt sank der Energieverbrauch der privaten Haushalte und der Industrie zwischen 2005 und 2020 um 7 % bzw. 16 %, im Verkehr um 11 %. Ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen der EU ist durch den Straßenverkehr verursacht. 2019 lag der Ausstoß bei 793 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das ist ein Zuwachs um 28 % gegenüber dem Vergleichsjahr 1990! Hier sind unbedingt nun Voraussetzungen für eine emissionsfreie bzw. emissionsarme Mobilität zu schaffen, dem steigenden Verkehrsaufkommen und auch damit verbundenem Energieverbrauch ist entgegenzuwirken.      

 Über 90 % der im Straßenverkehr verbrauchten Energie wird durch fossile Energieträger gedeckt. Elektrizität machte im Jahr 2020 nur 0,12 % der im EU-weiten Straßenverkehr verbrauchten Energie aus. Das muss sich ändern! Dann kann auch die CO2-Emission rduziert werden, denn      
 CO2-Emissionen machen 99 % der Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr aus. Pkw und Motorräder verursachten mit 62 % den größten Teil der CO2 Emissionen im Verkehr, auf Schwerlastwagen und Busse entfielen 27 %, weitere 11 % auf leichte Nutzfahrzeuge. Der EU-weite CO2-Ausstoß im Straßenverkehr erhöhte sich zwischen 1990 und 2019 drastisch um 29 %.Die Europäische Kommission will Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen von neuen Pkw bis 2030 festlegen. Ab 2035 sollen deshalb in der EU nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden. Auch im Güterverkehr soll sich endlich etwas tun und die Bahn soll als emissionsarmes Verkehrsmittel gefördert werden. Der Anteil der Bahn am EU-weiten Güterverkehr lag 2019 wie im Jahr 2010 bei 18 %. Der Anteil der Binnenschifffahrt ging im gleichen Zeitraum von 7 % auf 6 % zurück, der Straßentransport nahm hingegen erneut um einen Prozentpunkt zu, er stieg zwischen 2010 und 2019 von 75 % auf 76 %. 

Liegt das auch an der oft beklagten Unzuverlässigkeit der Bahn?


MF

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