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25 Sep
25Sep

Endlich mal wieder eine positive Nachricht, die in all den Katastrophenmeldungen beinahe untergeht – wenn man es überhaupt als positive Nachricht verbuchen kann, dass etwas Schlechtes, Menschengemachtes neutralisiert wird... 


Lest selbst:
Dreimal so groß wie Frankreich, also ca. 1,6 Millionen Quadratkilometer, ist der gigantische Müllstrudel im Pazifischen Ozean. 

80.000 Tonnen Plastik soll er enthalten – aus illegal im Meer entsorgten Anfall. Vieles davon kostet Meeresbewohner das Leben: Weil sie den Müll fressen, sich darin verheddern und, wie Delfine und Wale, nicht mehr nach oben tauchen können, um zu atmen. Einiges vom Plastik landet auf den Tellern deren, die Fisch konsumieren – und wiederum einiges davon sogar in unserem Blut – natürlich nicht nur über die Vermüllung der Meere. 3,2 Millionen Tonnen Mikroplastik landen jährlich in unseren Umwelt, in den Ozeanen bis auf den höchsten Berggipfeln wird es gefunden. Im menschlichen Blut wurden bereits Rückstände von PET-Kunststoff nachgewiesen. Aus Polyethylenterephthalat werden vor allem Getränkeflaschen hergestellt. Absurd und paradox, oder? Das, was einmal unsere Getränke beinhaltete, findet schlussendlich in unserem Körper seinen eigene Behältnis.
Zurück zum Thema: Es gibt Menschen, wenn auch wenige, die weiter denken als bis zur großen Frage, ob sie den nächsten Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff verbringen oder doch lieber Abenteuerurlaub am Ballermann machen. Boyan Slat, geboren 1994 in den Niederlanden, hat mit seinem Projekt Ocean Cleanup ein Müllfangsystem entwickelt, das bislang ohne Vergleich ist: Drei Monate schickte er seine „Jenny“, ein neu entwickeltes, U-förmiges Netzsystem, auf den Pazifik – und konnte 30 Tonnen Müll damit einsammeln! 

Er hat große Pläne: Bis 2040 möchte er mit seiner Initiative 90 Prozent des Mülls aus den Ozeanen entfernen. Wer jetzt denkt und sich wieder mal drauf verlässt, dass es immer jemanden geben wird, der hinter einem aufräumt, der mag sich noch einmal daran erinnern, dass vielleicht einige wenige Enthusiasten wie Slat genügend Hirn und Geld aufwenden können, um die Idiotie der Mehrheit der Menschen in einem Promillebereich neutralisieren zu können – bis aber das Mikroplastik aus dem eigenen Blut entfernt werden kann, und was es bis dahin anrichtet – das ist eine ganz andere Geschichte.


MF

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