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21 Nov
21Nov

Es besteht kein Zweifel daran, dass eine fleischarme oder gar fleischfreie Ernährung positive Einflüsse auf globale Ökosysteme, die Klimabilanz und die Ernährungssituation der Welt hat. 


https://www.blognatur.com/majos-blog/labor-fleisch-f%C3%BCrs-klima-und-gewissenernährung hat. 

https://www.blognatur.com/majos-blog/was-du-isst-macht-den-unterschied 


Es gilt dabei aber zu berücksichtigen, dass Lebensmittel, nach bestimmten Biorichtlinien produziert, nicht zwangsläufig eine bessere Klimabilanz haben als konventionell hergestellte Produkte. Der Ertrag pro Fläche ist bis zu 30% geringer und die Nachfrage nach Biolebensmitteln kann oft aus der Region nicht gedeckt werden – so wird die Biobirne aus Argentinien schnell zum ökologischen Sündenfall. 


Inzwischen gibt es zahlreiche Ersatzprodukte, die ein Abrücken vom Konsum tierischer Produkte erleichtern sollen; die vegetarische Bratwurst, veg. Patties für den Burger oder Milchersatzprodukte basierend auf Hafer, Soja, Reis oder Mandeln. Milchersatzprodukte haben eine deutlich bessere CO2-Bilanz als das Original, wobei man gerade bei Soja, Mandeln und Reis eben die Herkunftsorte berücksichtigen muss. 

Nun, was auffällt ist der hohe Preis für die Ersatzprodukte, der durch die Inhaltsstoffe (90-95% Wasser bei Haferdrinks) überhaupt nicht gerechtfertigt ist. Andererseits ist Milch natürlich viel zu billig; würde man externe Kosten einpreisen wäre der Verkaufspreis auch höher. Trotzdem bleiben Ersatzprodukte recht teuer; auch weil der Verbraucher bereit ist, den hohen Preis zu zahlen – für ein Produkt das damit wirbt, für das Gute zu stehen. Also; wer Klimaschutz will, zahlt den entsprechenden Ablass und damit einen Preis, der durch die Rohstoffe und Verarbeitungsprozesse von Milchersatzprodukten alleine nicht gerechtfertigt ist. Hinzu kommt: Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, sind im Durchschnitt eher weiblich, jünger, gebildet und durch die bessere Bildung verfügen sie oft über ein höheres Haushaltseinkommen. Warum sollten die Hersteller für ein rein industrielles Produkt, hier nicht die entsprechenden Margen abschöpfen? 

Ein anderer Punkt: Ersatzprodukte sind eben „Ersatz“ – generell bevorzuge ich in allen Lebenslagen eher das Original als das Imitat. 

Doch wie verhält sich das mit Nahrungsmitteln? 

Verlieren wir noch stärker den Kontakt zur Natur durch solche industriellen Ersatzprodukte? 

https://www.blognatur.com/majos-blog/extinction-of-experience-der-verlust-an-naturerfahrung 


Was verlieren wir (sofern es denn überhaupt ein Verlust ist), wenn wir nicht mehr wissen, wie ein Glas Kuhmilch schmeckt? 

Was verlieren wir (sofern es denn überhaupt ein Verlust ist), wenn wir nicht mehr wissen, wie ein Steak schmeckt? 

Was verlieren wir (sofern es denn überhaupt ein Verlust ist), wenn wir nicht mehr wissen, wie ein Frühstücksei schmeckt? 


Eine Ergänzung: Des Menschen bester Freund 

https://www.blognatur.com/majos-blog/auf-den-hund-gekommen 

lässt sich offenbar auch vegetarisch ernähren – dem Klima mag´s helfen. Der Natur des Hundes entspricht dies sicherlich nicht. 

Was bleibt? 

Saving nature by “faking nature“? 

Die meisten (zu billigen) tierischen Produkte kommen aus einer auch gleichsam industriellen Fertigung, trotzdem gibt es auch noch kleinbäuerliche Betriebe mit Hofläden oder dem Angebot von Ferien auf dem Bauernhof. Durch solche Betriebe werden Naturkontakte für die urbane Bevölkerung ermöglicht und gleichzeitig Kulturlandschaftspflege betrieben. So ist beispielsweise die Schafbeweidung für den Erhalt von ökologisch wertvollen Trockenrasengesellschaften in vielen Regionen Deutschlands wichtig. Gleichzeitig wird dadurch der Charakter jahrhundertealter Kulturlandschaften erhalten. 


O.k., alles ist komplex und doch besteht eine einfache Lösung in einem Maßhalten, kauft bewusst eure Lebensmittel und auch nur so viele, wie ihr tatsächlich verbraucht. Es werden zu viele Lebensmittel für den Müll produziert. Auch euer nächster Einkauf setzt ein Zeichen dafür, in welcher Welt wir leben wollen.

JR

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