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02 Mar
02Mar

Und wieder ruft die Wissenschaft zum Handeln auf. 


Wie bereits 1990 mit dem ersten Sachstandsbericht des IPCC 

Wie bereits 1995 mit dem zweiten Sachstandsbericht des IPCC 

Wie bereits 2001 mit dem dritten Sachstandsbericht des IPCC 

Wie bereits 2007 mit dem vierten Sachstandsbericht des IPCC

Wie bereits 2014 mit dem fünften Sachstandsbericht des IPCC 

Wie vor wenigen Tagen mit dem sechsten Sachstandsbericht des IPCC


Das Ganze ist zunehmend ermüdend und von frustrierend geringer Wirkmächtigkeit. 


Das Mahnen der Wissenschaft - NATÜRL-ich (blognatur.com) 


Wie lange lässt sich das fortsetzen? Bis zum 10. Sachstandsbericht oder eher zum 20sten? 


Wir haben schon seit Jahrzehnten kein Erkenntnisproblem mehr (bei vielen Unsicherheiten im Detail, schon klar) aber warum schlägt sich die Fülle wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht in adäquaten Handlungen auf individueller und gesellschaftlicher, auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene nieder? 

Auch darüber haben die Psychologie, die Soziologie, die Pädagogik, die Kommunikationswissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften und viele andere Disziplinen seit Jahren kluge Erklärungen. 

Doch was hilft´s? 

"Da steh' ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor! "

Denn ein Abschwächen des anthropogen verstärkten Treibhauseffektes ist ebenso wenig erkennbar, wie ein Abbremsen im dramatischen Rückgang der Biodiversität. 

Die Folgen sind evident – doch sie schrecken uns nicht. 

Apokalypse-Fatigue. 

Eine „Heuristik der Furcht“ mag bei Corona, Kernenergie und kriegerischen Auseinandersetzungen helfen. Hierbei sind wir affektiv, emotional, unmittelbar in unserem In-der-Welt-Sein betroffen. Kurven ansteigender Treibhausgaskonzentrationen und absinkender Biodiversität bespielen zu sehr die kognitive Ebene. Doch wir sind zu wenig „animal rationale“, als dass dadurch unser Innerstes ergriffen würde, so ergriffen würde, dass es sich in adäquaten Handlungen niederschlägt. 

Wir brauchen eine neue Beziehung zu unserer Mitwelt, eine Beziehung, welche die kognitive Ebene um affektive und emotionale Elemente und die Sinndimension ergänzt.

JR

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